Herzlich Willkommen
June 17th, 2006Dies ist eine Seite für WM Fans sie wurde von Grischa,Victor,Hamsa,Diyar und Lars erstellt.
Dies ist eine Seite für WM Fans sie wurde von Grischa,Victor,Hamsa,Diyar und Lars erstellt.
7
| Alter | 21 Jahre (*01.08.1984) |
|---|---|
| Verein | FC Bayern München (seit 1998) |
| Position | Mittelfeldspieler |
| Länderspiele | 30 (Tore: 7) |
Bilanz bei der FIFA-WM 2006
| Spiele | 2 (167 Min.) |
|---|---|
| Tore | 0 (Torschüsse: 4) |
| Torvorlagen | 2 |
| Elfmetertore | 0 (Schüsse: 0) |
| Karten | 0 Gelbe Karten 0 Rotgelbe Karten 0 Rote Karten![]() |
| Wechsel (Ein/Aus) | 0/1 |
"Den Glauben nie verlieren", lautet das Motto von Bastian Schweinsteiger. Doch der 21-Jährige war vermutlich kurz davor, vom Glauben abzufallen, als er wenige Monate vor der Weltmeisterschaft auf Seite eins einer Münchner Zeitung in einen Wettskandal hineingezogen wurde. Als Täter wohlgemerkt. Geäußert hat sich der Bayern-Profi dazu nicht, auch nicht, nachdem sich die Vorwürfe als vollkommen haltlos erwiesen.
Er hat versucht, sich auf den Fußball zu konzentrieren, doch so recht gelungen ist ihm das nicht: Schweinsteiger ist weit entfernt von der Form, die er im Tandem mit seinem Spezi Lukas Podolski beim Confederations Cup gezeigt hatte. Jürgen Klinsmann hat ihn trotzdem nicht fallen gelassen, genauso wenig wie sein Vereinscoach Felix Magath. Beide wissen, dass ein Schweinsteiger in Normalform Spiele entscheiden kann, weil er unberechenbar ist, hervorragend dribbeln und platziert schießen kann. Seine beste Waffe ist es, von der linken Außenbahn Richtung Strafraum-Mitte zu marschieren und aus 16, 18 Metern abzuziehen.
Aber auch außerhalb des Platzes ist er immer für eine überraschende Aktion gut. So wunderte sich einst der Wachdienst des FC Bayern nicht schlecht, als er nachts um drei den Kollegen Schweinsteiger in weiblicher Begleitung im Entmüdungsbecken des Olympiastadions vorfand. Er habe seiner Cousine mal die Anlage zeigen wollen, erklärte er lässig.
Lange Zeit war fraglich, ob der freche Bub aus Oberaudorf überhaupt die Profilaufbahn einschlagen würde. Auch im Skifahren war er ein Ausnahmetalent, und noch heute erzählt Olympia-Teilnehmer Felix Neureuther, dass ihn sein Kumpel Schweini früher in den Nachwuchsrennen des öfteren geschlagen habe. "Aber beim Skifahren musste man mehr viel Zeug tragen, und es war sehr kalt", begründete er die Entscheidung, mit 16 ins Jugendhaus der Bayern zu ziehen. Bereut hat er diese Entscheidung nicht: "Fußball ist das schönste Hobby der Welt", sagt der Mittelfeldspieler. Wie schön, kann er jetzt im eigenen Land beweisen: "Klar will ich, dass wir Weltmeister werden. Aber mir sprechen schon zu viele vom Finale. Ich denke zunächst mal an unsere drei Gruppengegner."
19
| Alter | 32 Jahre (*17.11.1973) |
|---|---|
| Verein | Bayer 04 Leverkusen (seit 1999) |
| Position | Mittelfeldspieler |
| Länderspiele | 66 (Tore: 1) |
Bilanz bei der FIFA-WM 2006
| Spiele | 2 (180 Min.) |
|---|---|
| Tore | 0 (Torschüsse: 4) |
| Torvorlagen | 0 |
| Elfmetertore | 0 (Schüsse: 0) |
| Karten | 0 Gelbe Karten 0 Rotgelbe Karten 0 Rote Karten![]() |
| Wechsel (Ein/Aus) | 0/1 |
Als Jürgen Klinsmann während der langen Verletzungspause eine Alternative für Phillip Lahm suchte, war es nur konsequent, dass er bei Bernd Schneider landete: "Außer Torwart habe ich schon alles gespielt", sagt der Super-Techniker. Stürmer schon, Abwehrspieler auch, und seine größten Stärken liegen im Mittelfeld: Als Druckmacher und Flankengeber über die rechte Seite ist er in der Nationalelf nicht nur wegen der Verletzung von Sebastian Deisler die erte Option.
Seine vielleicht besten Auftritte für Deutschland hatte der Leverkusener, als die Nervenanspannung bei Mannschaft und Fans am größten war: Im Playoffspiel 2002 gegen die Ukraine (4:1), als er drei Tore vorbereitete und den Weg zur WM erst ebnete, und dann im Finale, als ihm Reporter bescheinigten, er habe "brasilianischer als alle Brasilianer gespielt." Da musste er übrigens als "Nummer Zehn" hinter den Spitzen aushelfen, weil Michael Ballack gesperrt war - auch eine Position, die der 32-Jährige beherrscht. Was Bernd Schneider durchaus noch verbessern kann, ist seine Torquote für Schwarz-Rot-Gold: Ein Treffer steht in seinen rund 60 Länderspielen erst zugute, und das war ein Freistoß beim 8:0 gegen Saudi-Arabien.
So spektakulär seine Auftritte auf dem Spielfeld oft sind, so ruhig lässt er es im Privatleben angehen: Computerspiele sind sein liebstes Hobby, und als Alternative zum Profifußballer ("mein Kindheitstraum") hätte er sich vorstellen können, sein Geld als Dokumentarfilmer für Tierreportagen zu verdienen
22
| Alter | 22 Jahre (*21.02.1984) |
|---|---|
| Verein | Borussia Dortmund (seit 1998) |
| Position | Mittelfeldspieler |
| Länderspiele | 3 (Tore: 0) |
Bilanz bei der FIFA-WM 2006
| Spiele | 2 (29 Min.) |
|---|---|
| Tore | 0 (Torschüsse: 0) |
| Torvorlagen | 1 |
| Elfmetertore | 0 (Schüsse: 0) |
| Karten | 1 Gelbe Karten 0 Rotgelbe Karten 0 Rote Karten![]() |
| Wechsel (Ein/Aus) | 2/0 |
Als am Tag der Nominierung das Handy von David Odonkor klingelte, bekam der junge Mann aus dem westfälischen Bünde einen kleinen Schock. Dieter Eilts war dran, und der Trainer der deutschen U-21-Nationalelf eröffnete seinem bislang besten Pferd im Stall: "Sorry, David. Ich muss Dir sagen, dass ich Dich nicht zur Europameisterschaft nach Portugal mitnehmen werde." Eilts genoss einen Moment lang das betretene Schweigen am anderen Ende der Leitung. Und sagte dann: "Du musst nämlich zur WM. Jürgen Klinsmann wird sich gleich auch noch bei Dir melden." David Odonkor kippte beinahe aus den Adiletten: "Ich dachte, der will mich veräppeln."
Erst als Klinsmann wenig später tatsächlich anrief, begann der 22-Jährige, an sein Glück zu glauben: "Wahnsinn. Ich hoffe nur, dass ich nicht eines morgens aufwache, und alles war nur ein Traum." Bei näherem Hinsehen verwundert die Nominierung jedoch gar nicht so sehr. Odonkor passt geradezu perfekt in das offensive Spielsystem von Klinsmann. Er zelebriert auf der rechten Außenbahn von Borussia Dortmund einen Hochgeschwindigkeits-Fußball, der selbst gestandene Gegenspieler alt und vor allem langsam aussehen lässt. Kein Wunder: Er läuft die 100 Meter in 10,7. Mit Fußballschuhen.
Klinsmann beschreibt die Vorzüge von Odonkor so: "Er bringt etwas mit, was wir dringend benötigen: Das sind Schnelligkeit und Überraschungsvermögen, und er hat diesen Tick Frechheit." BVB-Trainer Bert van Marwijk sagt sogar noch deutlicher: "David ist ein Spieler, dessen Schnelligkeit wie eine Waffe ist."
Einziges Manko im Spiel von Odonkor, der Brasiliens Stürmer Ronaldo als sein Vorbild nennt, ist das Tore schießen. Bei 73 Bundesliga-Einsätzen erzielte er nur zwei Treffer. Dafür flankt er wie am Fließband: Allein 229 Bälle schlug er in der abgelaufenen Saison in die Mitte. Zum Vergleich: Auf Platz zwei der Flanken-Rangliste liegt Jesper Groenkjaer. Der Stuttgarter brachte es auf 115 Hereingaben.
6
| Alter | 32 Jahre (*11.01.1974) |
|---|---|
| Verein | Bayer 04 Leverkusen (seit 1996) |
| Position | Verteidiger |
| Länderspiele | 46 (Tore: 1) |
Bilanz bei der FIFA-WM 2006
| Spiele | 0 (0 Min.) |
|---|---|
| Tore | 0 (Torschüsse: 0) |
| Torvorlagen | 0 |
| Elfmetertore | 0 (Schüsse: 0) |
| Karten | 0 Gelbe Karten 0 Rotgelbe Karten 0 Rote Karten![]() |
| Wechsel (Ein/Aus) | 0/0 |
Am Ende gab auch der Kaiser seinen Segen. "Ein bisschen mehr Erfahrung würde unserer Abwehr nicht schaden", meinte WM-OK-Chef Franz Beckenbauer. "Ich würde den Jens Nowotny dazunehmen." Um die größte Problemzone der deutschen Nationalmannschaft zu beseitigen, hat Jürgen Klinsmann seine Philosophie Philosophie sein lassen, und sich statt der deutlich jüngeren Lukas Sinkiewicz (20) und Manuel Friedrich (26) für den 32-Jährigen entschieden.
Dass Nowotny den Fitnesstest der Nationalmannschaft zuletzt in Düsseldorf bestanden hat, ist ein kleines medizinisches Wunder. Wo fast alle Profis nach dem zweiten Kreuzbandriss einen Antrag auf Sportinvalidität stellen müssen, spielt der langjährige Leverkusener nach dem vierten nun eine Weltmeisterschaft. Und das mit guten Chancen auf einen Stammplatz neben Per Mertesacker. "Ich fahre aber auch als Nummer 23 mit", hat Nowotny gesagt. Doch dazu wird es nicht kommen.
Zu gut war der Bayer-Abwehrchef in der Rückrunde wieder in Form gekommen. Seit er das Kommando in der Leverkusener Defensive wieder übernommen hatte, startete die Mannschaft von Michael Skibbe mit einer beeindruckenden Serie in den UEFA-Cup durch. Fast wie in alten Vize-Zeiten gab Nowotny die Kommandos, gewann die Zweikämpfe und ahnte viele Spielsituationen voraus. "Jens gehört zur WM, er ist wieder überragend in Form", urteilte der Ex-Bundestrainer Skibbe. "Und danach hätte ich gern in Leverkusen mit ihm weiter gearbeitet."
Doch dazu wird es nicht kommen. Nowotny hat sich nach zehn Jahren unterm Bayer-Kreuz offiziell verabschieden lassen. "Ich will noch mal eine neue Herausforderung annehmen", sagt er und verschweigt nicht, dass dabei die jüngere Vergangenheit in Leverkusen eine Rolle spielte. Nach mehreren Prozessen hatte ihn den Verein zwischenzeitlich vom Spielbetrieb ausgeschlossen. Erst stritt der Profi darum, welche Partei die Steuern für ein Handgeld über 10,2 Millionen Euro übernehmen müsse, das Nowotny von Ex-Manager Reiner Calmund für eine vorzeitige Vertragsverlängerung bekommen hatte. Dann ging es um die Weiterbezahlung seines Millionengehaltes auch während der langen Reha-Phasen - auch dies habe ihm angeblich Calmund zugesichert. Nowotny verlor beide Prozesse, stimmte dann einer Einigung zu, die es ihm erlaubte, gegen ein erneutes Handgeld von knapp fünf Millionen Euro nach dieser Saison seinen Vertrag vorzeitig aufzulösen. Die Weltmeisterschaft wird damit für ihn zum doppelten Segen. Er kann sich auf höchster Bühne für neue Großklubs bewerben.
10
| Alter | 33 Jahre (*01.05.1973) |
|---|---|
| Verein | Borussia Mönchengladbach (seit 2004) |
| Position | Stürmer |
| Länderspiele | 57 (Tore: 9) |
Bilanz bei der FIFA-WM 2006
| Spiele | 2 (30 Min.) |
|---|---|
| Tore | 1 (Torschüsse: 3) |
| Torvorlagen | 0 |
| Elfmetertore | 0 (Schüsse: 0) |
| Karten | 0 Gelbe Karten 0 Rotgelbe Karten 0 Rote Karten![]() |
| Wechsel (Ein/Aus) | 2/0 |
"Wer weiß, wie meine Karriere verlaufen wäre, wenn dieser Ball reingegangen wäre", hat Oliver Neuville einmal im Gespräch mit sport.ARD.de gesagt. Anders, soviel ist sicher. Doch der glasharte Freistoß landete nur am Pfosten - damals im WM-Finale 2002 gegen Brasilien. Danach verschwand der Gladbach-Stürmer international weitgehend von der Bildfläche, was er nie so recht verstanden hat: "Ich musste mich vor keinem Stürmer, der da berufen wurde, verstecken."
In der Tat hatte Neuville stets zuverlässige Tor- und Vorlagenquoten von jeweils zwölf bis 15 pro Saison. Aber er hat eben nie lautstark auf sich aufmerksam gemacht. Nur: "Geglaubt habe ich immer an mich. Und ich wusste, dass ich noch mal eine Chance bekommen würde." Die bekam er jetzt nach dem desaströsen Italien-Testspiel gegen die USA. Gut 20 Minuten vor Schluss wechselte ihn Jürgen Klinsmann ein, Neuville traf mit einem herrlichen Fernschuss in den Winkel und bereite mit der Hacke einen Treffer von Miroslav Klose vor. "Vielmehr kann man nicht machen", befand er hinterher in seiner fast lautlosen Stimmlage. "Ich habe gezeigt, dass ich bei der WM helfen kann."
Genau das glaubt auch der Bundestrainer, der auf Schnelligkeit und Konterstärke des laufstarken Angreifers setzt. Bei Borussia ist der Goalgetter gesetzt, doch sein Trainer Horst Köppel verzweifelt auch manchmal an "Jaques", wie ihn die Kollegen in Anspielung auf den Formel-1-Rennfahrer Villeneuve nennen. Denn Neuville kann ziemlich starrköpfig sein. So lässt er sich ungern in einem Drei-Stürmer-System auf die Außenbahn drängen - und nimmt dann einfach phasenweise nicht am Spielgeschehen teil. Doch häufiger sind die Partien, in denen Neuville 90 Minuten lang Gas gibt, als würde er pro Kilometer bezahlt. Gefährlich geblieben sind auch seine Freistöße. Vielleicht bekommt er im Endspiel 2006 ja noch eine Chance.
21
| Alter | 25 Jahre (*05.11.1980) |
|---|---|
| Verein | Borussia Dortmund (seit 2000) |
| Position | Verteidiger |
| Länderspiele | 24 (Tore: 0) |
Bilanz bei der FIFA-WM 2006
| Spiele | 2 (180 Min.) |
|---|---|
| Tore | 0 (Torschüsse: 1) |
| Torvorlagen | 0 |
| Elfmetertore | 0 (Schüsse: 0) |
| Karten | 1 Gelbe Karten 0 Rotgelbe Karten 0 Rote Karten![]() |
| Wechsel (Ein/Aus) | 0/0 |
Wenn es Christoph Metzelder schafft, am 9. Juni tatsächlich in der Startelf gegen Costa Rica zu stehen, dann hat er den längsten Weg in diese Mannschaft gehabt. Was der 25-Jährige an Verletzungen und Rückschlägen bewältigte, ist kaum zu glauben: 21 Monate fehlte er wegen seiner lädierten Achillessehne, dann war er in Dortmund lange nur Ersatz. Und kurz vor der Kader-Bekanntgabe kam dann noch mal eine Muskelfaserriss in der Wade hinzu.
Doch Jürgen Klinsmann sagt über ihn: "Wir hatten unsere Hoffnungen immer auf Christoph gesetzt. Er kann und soll einer der Spieler sein, der unsere Mannschaft führt." Das war zu einem Zeitpunkt, als Metzelder beim BVB nicht an Youngster Markus Brszenka und schon gar nicht an Oldie Christian Wörns vorbei kam. Doch sein Motto lautet: "Herausforderungen annehmen, die unmöglich erscheinen", und deshalb hat er bis zuletzt an seine WM-Chance geglaubt.
Klinsmanns Vertrauen in den gebürtigen Westfalen hat seine Gründe. Schon bei der WM vor vier Jahren bekleidete er mit 21 Jahren eine Führungsrolle in der Viererkette, er ist kein reiner "Klopper", sondern für einen Innenverteidiger technisch versiert. Und das, obwohl er den berühmten Abräumer Karlheinz Förster als Vorbild hat und über ein Fußballbild des Ex-Stuttgarters, das er im Alter von vier Jahren auf dem Bürgersteig fand, überhaupt erst zum Fußball kam.
Den Kopf gebraucht "Metze" übrigens nicht nur im Zweikampf. Er hat sein Abitur mit 1,8 bestanden und neben der Profilaufbahn ein Wirtschaftsstudium begonnen. Dazu engagiert er sich gemeinsam mit seinem Spezi Sebastian Kehl gegen Kinderprostitution. Aber auch den schönen Seiten des Lebens ist der BVB-Profi zugetan. Cameron Diaz und Jennifer Lopez sind seine Traumfrauen.
17
| Alter | 21 Jahre (*29.09.1984) |
|---|---|
| Verein | Hannover 96 (seit 1995) |
| Position | Verteidiger |
| Länderspiele | 25 (Tore: 1) |
Bilanz bei der FIFA-WM 2006
| Spiele | 2 (180 Min.) |
|---|---|
| Tore | 0 (Torschüsse: 2) |
| Torvorlagen | 0 |
| Elfmetertore | 0 (Schüsse: 0) |
| Karten | 0 Gelbe Karten 0 Rotgelbe Karten 0 Rote Karten![]() |
| Wechsel (Ein/Aus) | 0/0 |
Per Mertesacker liebt den Film "Braveheart". Zum Titelhelden würde er allerdings nicht unbedingt taugen. Der Mann aus Pattensen ist trotz luftiger 1,96 Meter Körperhöhe immer auf dem Boden geblieben, wirkt nie eitel oder gar abgehoben. Dabei hat er eine Karriere hingelegt, die für einen gerade mal 21-Jährigen atemberaubend ist.
Aus der A-Jugend holte der damalige Hannover-96-Trainer Ewald Lienen die "Abwehr-Latte" ins Profiteam, ohne dass Mertesacker je in einem Auswahlteam gespielt hätte. Es dauerte keine halbe Saison, da rief Jürgen Klinsmann an: Nationalmannschafts-Debüt am 9. September 2004 beim 2:0-Sieg im Iran.
Von Anfang an überzeugte der Hüne von Hannover nicht nur durch seine Kopfballstärke. Er hat trotz seiner knapp zwei Meter technisch einiges drauf und kann, wie Klinsmann es von einem Innenverteidiger fordert, ein Spiel entwickeln. In der Rückwärtsbewegung gleicht Per Mertesacker seinen etwas unterentwickelten Antritt mit glänzendem Stellungsspiel aus, dazu findet er erstaunlich oft einen Weg, seinen Gegenspieler sauber vom Ball zu trennen: Er foult so gut wie nie und holte sich in seinen ersten 31 Bundesligaspielen nicht eine einzige Gelbe Karte.
Aber auch mit Rückschlägen, so wie er sie mittlerweile in der Liga und auch in der Nationalelf hat erleben müssen, kennt sich Mertesacker aus. "Mit 15 und 16 hatte ich schlimme Wachstumsstörungen und musste ein Jahr mit dem Fußball aufhören", erzählt er. "Das war ein Schlüsselerlebnis." Seitdem geht er die Dinge noch gelassener an, machte neben dem Start ins Profileben sein Abitur und leistete Zivieldienst in einem Heim für geistig Behinderte. "Mut" bezeichnet er als eine wichtige Eigenschaft. "Denn ohne Mut kommt man nicht weit im Leben." Ein bisschen "Braveheart" steckt also doch in ihm.
1
| Alter | 36 Jahre (*10.11.1969) |
|---|---|
| Verein | Arsenal FC (seit 2003) |
| Position | Torwart |
| Länderspiele | 34 (Tore: 0) |
Bilanz bei der FIFA-WM 2006
| Spiele | 2 (180 Min.) |
|---|---|
| Tore | 0 (Torschüsse: 0) |
| Torvorlagen | 0 |
| Elfmetertore | 0 (Schüsse: 0) |
| Karten | 0 Gelbe Karten 0 Rotgelbe Karten 0 Rote Karten![]() |
| Wechsel (Ein/Aus) | 0/0 |
Es klang nicht immer so ganz überzeugend, doch Jens Lehmann hat angeblich immer an seine WM-Chance geglaubt. "Weil ich einfach über einen langen Zeitraum auf hohem Niveau spiele", hat er seinen verhaltenen Optimismus begründet und am Ende richtig damit gelegen.
Zugegeben, das Anforderungsprofil von Jürgen Klinsmann klang stets so, als habe er es speziell an den Stärken Jens Lehmanns orientiert: Der Torwart müsse mitspielen, den Strafraum beherrschen und bei Ballgewinn so schnell wie nur irgend möglich den nachsten Angriff einleiten. All das beherrscht der 36-Jährige in Perfektion. Dazu ist er aber auch noch gut auf der Linie, stark im Eins-gegen-Eins und glänzend im Vorausahnen von Spielsituationen.
Auch sportlich hat der gebürtige Essener zahlreiche Erfolge vorzuweisen. Mit Schalke holte er 1997 den UEFA-Pokal, im Team der legendären "Eurofighters"; mit Dortmund wurde er 2002 Deutscher Meister. Beim AC Milan kam er dazwischen nicht allzugut zurecht, doch auch dieser Verein wurde - in der ersten Saisonhälfte meist mit Jens Lehmann im Tor - Meister. Den gleichen Titel holte 2004 auch noch mit dem FC Arsenal, damit ist er als einziger unter den deutschen Nationalspielern Meister in drei verschiedenen Ländern.
Noch zwei beeindruckende Rekorde nennt Lehmann sein eigen: Als einziger Torhüter erzielte er in der Bundesliga ein Tor aus dem Feld daraus - noch dazu mit Schalke gegen Dortmund. Und beim FC Arsenal brachte er das Kunststück fertig, eine komplette Saison ohne Niederlage zu überstehen - 38 Spiele ungeschlagen. In seiner Zeit in England ist Lehmann auch als Persönlichkeit gereift. Fiel er früher in der Bundesliga schon mal durch kleine Provokationen auf und geriet oft mit gegnerischen Stürmern aneinander, ist er deutlich ruhiger geworden. Nie aufgehört hat er, an sich und seinem Spiel zu arbeiten. Als Klinsmann die Entscheidung in der "T-Frage" bekannt gab, war seine erste Reaktion: "Schön, das ist ein Grund, noch härter zu trainieren."
16
| Alter | 22 Jahre (*11.11.1983) |
|---|---|
| Verein | FC Bayern München (seit 2005) |
| Position | Verteidiger |
| Länderspiele | 20 (Tore: 2) |
Bilanz bei der FIFA-WM 2006
| Spiele | 2 (180 Min.) |
|---|---|
| Tore | 1 (Torschüsse: 3) |
| Torvorlagen | 1 |
| Elfmetertore | 0 (Schüsse: 0) |
| Karten | 0 Gelbe Karten 0 Rotgelbe Karten 0 Rote Karten![]() |
| Wechsel (Ein/Aus) | 0/0 |
So viel Pech ist nicht normal. Da war Philipp Lahm der einzige deutsche Nationalspieler, der nach der desaströsen Europameisterschaft 2004 in Portugal in der öffentlichen Kritik noch halbwegs gut davonkam. Die Zukunft stand ihm offen, mit dem Wechsel von Stuttgart zurück zu den Bayern sollte für den 22-Jährigen der nächste Schritt auf der bis dahin steilen Karriereleiter erfolgen.
Doch die nächsten Schritte machte Lahm in der Reha. Fast ein dreiviertel Jahr lang. Anfang 2005 hatte er sich in Stuttgart zunächst einen Ermüdungsbruch im Fuß zugezogen. Als er nach hartem Aufbautraining gerade sein Comeback gegeben hatte, riss ihm am 17. Mai 2005 das Kreuzband. Doch der Geduldsfaden riss ihm nie. "Ich war frustriert, habe aber immer fest an mein Comeback geglaubt", erzählt Lahm rückblickend. "Mir hat unheimlich geholfen, wieviel Zuspruch ich von den Kameraden, von Felix Magath und Jürgen Klinsmann bekommen habe. Sie haben gesagt, dass sie mir alle Zeit geben würden, die ich brauche." Er brauchte lange, doch inzwischen ist Lahm wieder ein feste Größe. Bei den Bayern, wo er im Duell mit Bixente Lizarazu meist die Nase vorn hatte. Und im Nationalteam, wo er den zuvor hervorragenden Marcell Jansen sofort wieder auf die Bank verdrängte.
"Wir glauben an Philipp", hat Klinsmann gesagt, und daran ändert natürlich auch die Ellenbogenverletzung nichts, die er sich ausgerechnet in einem Spaßspiel kurz vor der Abreise ins Sardinien-Trainingslager gegen Luckenwalde zuzog, und die einen operativen Eingriff erforderlich machte.
Jogi Löw erklärte gegenüber sport.ARD.de: "Philipp ist unsere erste Option auf der linken Abwehrseite." Lahms erste Option unter seinen Vorbildern ist die Linksverteidiger-Legende Italiens: Paolo Maldini. "Er spielt jetzt schon jahrelang auf höchstem Niveau", schwärmt der Bayern-Youngster. "Seine Karriere ist außergewöhnlich, er ist ein echtes Idol." Als der schmächtige Philipp noch in der Bayern-Jugend kickte, verehrte einen heutigen Teamkameraden: "Mehmet Scholl, von dem hatte ich sogar Bettwäsche mit seinen Bildern drauf." Privat ist der Beatles-Fan nach eigenen Worten ein "lustiger Typ, der alles locker nimmt und viel Spaß hat". Gebildet ist er zudem drei Sprachen beherrscht er nach eigenen Angaben fließend: "Englisch, Deutsch und Bayrisch."